Christian Jäger
 - 12. Juni 2020

Smart Meter

Smart Meter Der Umstieg auf erneuerbare Energien stellt die Energiebranche vor neue Herausforderungen. So gestaltet sich beispielsweise zukünftig die effiziente Auslastung des Stomnetzes und die bedarfsgerechte Verteilung der Energie als schwierig. Das liegt daran, dass sich Wind- und Sonnenenergie nicht bedarfsgerecht produzieren lassen, weil sie wetterabhängig sind. Als technische Voraussetzung für die Energiewende gelten intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids. Eine wichtige Säule der Smart Grid ist das Smart Meter. Es erlaubt die detaillierte Auswertung des tatsächlichen Stromverbrauchs eines Haushalts. Auf dieser Basis können Energieversorger ihr Lastmanagement optimieren.

Was sich hinter dem Begriff Smart Metering verbirgt und was Smart Meter genau leisten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was bedeutet Smart Metering?

Beim Smart Metering werden Verbrauch und Zufuhr elektrischer Energie von intelligenten Stromzählern gemessen und gesteuert. Mithilfe von Smart Metering können Nutzer genau erkennen, zu welchem Zeitpunkt welches Gerät welche Menge an Strom verbraucht. Mit der Zustimmung der Verbraucher kann der Messstellenbetreiber (MSB), der den Smart Meter zur Verfügung stellt, die Messdaten auswerten und an den Stromanbieter weitergeben. Dieser nutzt die Daten dann, um ein effizientes Netz- und Lastmanagement durchzuführen und die Auslastung der Smart Grid zu optimieren.

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Was macht den Stromzähler intelligent?

Herkömmliche analoge Stromzähler messen die Energie, die ein Haushalt aus dem Stromnetz bezieht und bilden den Verbrauch durch ein mechanisches Rädchen anhand einer Skala ab. Einmal im Jahr wird der Zählerstand vor Ort von dem Messstellenbetreiber abgelesen. Bei intelligenten Stromzählern entfällt dieser Schritt. Im Gegensatz zu analogen Stromzählern sind Smart Meter digital und internetfähig. Sie verfügen über eine Kommunikationseinheit, ein sogenanntes Gateway, über das sie Daten selbstständig an den Messstellenbetreiber senden. Diese Daten stellen die MSB den Verbrauchern über ein Web-Portal oder eine mobile Anwendung in Echtzeit oder in festgelegten Zeitabständen (z. B. alle 15 Minuten) zur Verfügung. Dadurch schaffen sie Transparenz, denn die Verbraucher sind jederzeit über ihren tatsächlichen Verbrauch informiert und wissen, wie hoch ihre Monatsrechnung ausfallen wird.

Über das Gateway kann ein Smart Meter allerdings nicht nur Daten senden, sondern auch empfangen. So erhält es beispielsweise ständig aktualisierte Informationen über den aktuellen Stromtarif, der die aktuelle Stromverfügbarkeit widerspiegelt. Befinden sich in dem Haushalt, für die der intelligente Stromzähler zuständig ist, Elektrogeräte mit dem Label „Smart Grid Ready“, teilt er diesen den aktuellen Stromtarif mit. Anhand dieser Information können sich Smart-Grid-Ready-Geräte wie Waschmaschinen in einem festgelegten Zeitraum dann einschalten, wenn besonders viel Strom produziert wird, dieser also besonders günstig ist. Dafür müssen die Smart Meter zusätzlich mit einem Automated Meter Management ausgestattet sein.

Die Verwendung von Smart-Grid-Ready-Geräten ist im Rahmen der Energiewende ein zentrales Werkzeug, um Lastflüsse optimal zu steuern. So helfen Smart Meter nicht nur den Verbrauchern, ihren Energieverbrauch im Blick zu behalten, sondern auch den Energieversorgern, den verfügbaren Strom effizient zu verteilen und Lastflüsse zu optimieren.

Unter den Begriff Smart Meter fällt im weiteren Sinne auch der moderne Stromzähler. Er unterscheidet sich insofern vom intelligenten Messsystem, als dass er nicht mit dem Internet verbunden ist. Im Gegensatz zum herkömmlichen Modell verfügt der moderne Stromzähler aber über einen digitalen Bildschirm.

Gründe für die Einführung von Smart Metern

Da der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz stetig steig, muss dieses sich weiterentwickeln: Wind- und Sonnenenergie sind wetterabhängig und produzieren deswegen nicht konstant die gleiche Menge Strom. Es ist aus diesem Grund wichtig, dass Stromerzeuger und -verbraucher miteinander kommunizieren können. Nur so kann eine lückenlose effiziente Stromversorgung gewährleistet werden. Diese Kommunikation ermöglichen Smart Meter, indem sie Verbrauchs-Daten senden und empfangen können. Auf diese Weise tragen die intelligenten Stromzähler zur Umstellung auf erneuerbare Energien bei und erhöhen die Steuerbarkeit der Energieauslastung.

Seit Anfang 2020 sind Smart Meter für Haushalte ab einem Verbrauch von 6000 kWh Pflicht. Bis 2032 muss jeder Haushalt, auch wenn weniger verbraucht wird, doch zumindest mit einem modernen Stromzähler ausgestattet sein.

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Diese Vorteile bieten Smart Meter

Die Vorteile, die intelligente Stromzähler Verbrauchern bieten, liegen auf der Hand:

  • Smart Metering erlaubt ihnen einen Überblick darüber, welche Mengen an Energie oder Ressourcen zu welcher Zeit an welcher Stelle verbraucht werden
  • so werden Einsparungspotenziale leicht erkenn- und nutzbar

Smart Meter unterstützen Energieversorgungsunternehmen dabei:

  • Die Bereitstellung von Energie dem jeweiligen Verbrauch anzupassen
  • zu einer Optimierung des Lastmanagements beizutragen
  • der kostspieligen Verschwendung von Energie entgegenzuwirken
  • das Risiko eines Stromausfalls zu minimieren

Fazit

Smart Meter sind ein wichtiger Bestandteil von intelligenten Stromnetzen, die die Energiewende zu einem maßgeblichen Teil mittragen. Sie ermöglichen es Verbrauchern, ihren eigenen Stromverbrauch einzusehen und nachzuvollziehen, um so gegebenenfalls Sparmaßnahmen ergreifen zu können. Haushaltsgeräte, die als „Smart Grid Ready“ gekennzeichnet sind, erhalten durch das Smart Meter die Information, wann es sich aufgrund hoher Energieverfügbarkeit lohnt, sich einzuschalten. Zuletzt ermöglichen Smart Meter die Kommunikation zwischen Stromverbraucher und -erzeuger und tragen so wesentlich dazu bei, dass die Energie bedarfsgerecht und effizient verteilt werden kann und es trotz unvorhersehbarer Energieverfügbarkeit nicht zu Stromausfällen kommt.

Interessiert Sie das Thema Smart Metering oder die erforderlichen Maßnahmen im Rahmen der Energiewende im Allgemeinen? Benötigen Sie Unterstützung bei eigenen Umstrukturierungs-Prozessen in Ihrem Versorgungsunternehmen? Kontaktieren Sie uns gerne und wir finden in jedem Fall die passende Lösung für Sie.

FAQ

Was ist Smart Metering?

Beim Smart Metering werde Verbrauch und Zufuhr elektrischer Energie von intelligenten Stromzählern gemessen und gesteuert. Dadurch kann der Nutzer genauer erkennen, zu welchem Zeitpunkt welches Gerät welche Menge an Strom verbraucht.

Was macht den Stromzähler intelligent?

Im Gegensatz zu analogen Stromzählern sind Smart Meter digital und internetfähig. Sie verfügen über eine Kommunikationseinheit, ein sogenanntes Gateway, über das sie Daten selbstständig an den Messstellenbetreiber senden.

Welche Vorteile bietet ein Smart Meter?

Die Vorteile, die intelligente Stromzähler Verbrauchern bieten, liegen auf der Hand:

  • Smart Metering erlaubt ihnen einen Überblick darüber, welche Mengen an Energie oder Ressourcen zu welcher Zeit an welcher Stelle verbraucht werden
  • so werden Einsparungspotenziale leicht erkenn- und nutzbar

Wie unterstützen Smart Meter Energieversorgungsunternehmen?

  • Die Bereitstellung von Energie dem jeweiligen Verbrauch anzupassen
  • zu einer Optimierung des Lastmanagements beizutragen
  • der kostspieligen Verschwendung von Energie entgegenzuwirken
  • das Risiko eines Stromausfalls zu minimieren

Christian Jäger

Christian Jäger

Jeden Tag besser werden - daraus ziehe ich eine große Motivation. Ich brenne dafür, neue Strategien und Technologien kennen zu lernen und Projekte zum Erfolg zu führen. Das Wissen, welches ich jeden Tag erlange, gebe ich mit Begeisterung an andere Menschen weiter.

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