Christian Jäger
 - 17. Juni 2020

Utility 4.0

Utility 4.0 Die Digitalisierung macht auch vor dem traditionellen Energieversorgungsunternehmen nicht halt: Mit dem Geschäftsmodell Utility 4.0 wird nämlich auch die Energiebranche digital. Der Einsatz von neuen Technologien soll den Energiemarkt intelligenter und nachhaltiger gestalten. Technologien wie Smart-Meter erheben Daten, die dazu beitragen sollen, die Kundenbeziehung zu stärken und individueller zu gestalten.



Finden Sie in diesem Beitrag mehr über die Technologien rund um Utility 4.0 heraus und erfahren Sie, wie diese die Kundenbeziehung verbessern.

Was ist Utility 4.0?

Der Begriff Utility 4.0 ist bei der Diskussion rund um die Digitalisierung der Energiebranche entstanden. Utility 4.0 ist die Reaktion auf die Energiewende und die Digitalisierung. Bei der digitalen Transformation zeigen sich Energieunternehmen nicht mehr als klassische Versorger – sie werden zum digitalen Dienstleistungsunternehmer. Das Geschäftsmodell Utility 4.0 ist durch Innovationsfähigkeit und Kundenorientierung gekennzeichnet. Bei Utility 4.0 steht vor allem der Kunde im Fokus – mit smarten Geräten soll der ohne großen Aufwand seinen Alltag sparsamer gestalten.

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Die Entwicklung der Energiebranche

Das bekannte Zahlenkürzel „4.0“ ist nun auch in der Energieindustrie angekommen. So schafft der Begriff eine einheitliche, digitale Transformation über verschiedene Branchen hinweg. Passenderweise fand die Entwicklung der Energiebranche über vier Stufen statt:

  1. Utility 1.0: Bei der ersten Stufe ging es hauptsächlich um die Energieverteilung. Energieunternehmen zeigen sich als Versorgungswerke und Energieverteilungsunternehmen.
  2. Utility 2.0: Die Versorgung spielte bei Utility 2.0 eine wichtige Rolle, weswegen die Unternehmen als Energieversorgungsunternehmen (EVU) gesehen wurden.
  3. Utility 3.0: Die 3. Stufe handelte hauptsächlich von Dienstleistungen. Die Energiebranche wurde also als Energiedienstleistungsunternehmen (EDU) gesehen.
  4. Utility 4.0: In der aktuellen und vorerst letzten Stufe geht es um die Digitalisierung der Energiedienstleistungsunternehmen (eEDU).
Utility 4.0

Abbildung 1: Die Entwicklung der Energiebranche.

Utility 4.0: Die Digitalisierung der Energiebranche

Die Digitalisierung wird also als vierte industrielle Revolution verstanden, die nun auch neben Branchen wie der Industrie 4.0 in den energiewirtschaftlichen Kontext übertragen wird. Bei der Digitalisierung werden analoge Inhalte digital zur Verfügung gestellt. Somit findet eine Verknüpfung zwischen dem Energiemarkt und der Informationstechnologie statt. Dadurch werden Angebote vernetzt, flexibel und dienstleistungsorientiert sein und es können digitale Konzepte entwickelt werden, die für eine nachhaltige Energiezukunft wichtig sind.

Zudem werden Geschäftsprozesse automatisiert und effizienter. Dadurch können Kosten und Zeit gespart werden und die Produktivität steigert sich. Automatisierte Prozesse erhöhen die Agilität, wodurch schneller auf den Markt eingegangen werden kann.

Da die Bedürfnisse des Kunden bei Utility 4.0 eine wichtige Bedeutung haben, bieten Energieunternehmen digitale Serviceangebote an, bei denen Energiekosten durch den Einsatz von Energiemanagementplattformen oder -systemen direkt eingespart werden können.

Internet of Things

Die Schlüsseltechnologie der Utility 4.0 ist das Internet of Things (IoT). Unter IoT sind mit dem Internet vernetzte Alltagsgeräte gemeint und unter Industrial Internet of Things (IIoT) sind Maschinen oder ganze Anlagen im industriellen Kontext zu verstehen. Die Gegenstände bekommen eine Identität, also eine eigene Adresse im Netzwerk, und sind in der Lage, mit anderen Geräten zu kommunizieren und Aufgaben automatisiert durchzuführen. Die Kommunikation zwischen den Maschinen wird auch Machine-to-Machine-Kommunikation genannt (M2M).

Utility 4.0

Abbildung 2: Intelligente Anlagen messen kontinuierlich Werte, auf die von überall zu jeder Zeit zugegriffen werden kann.

Ein Vorteil von smarten Anlagen ist, dass Monteure nicht mehr vor Ort sein müssen, um Wartungen durchzuführen. Bei Problemen meldet das Gerät diese nämlich dem Unternehmen. Auch wenn Werte zu hoch oder zu niedrig sind, wird das dem Unternehmen dementsprechend gemeldet. Unternehmen sind in der Lage, von überall die Maschinen zu überprüfen, da ständig Werte gemessen und verschickt werden.

Intelligentes Zuhause

Das Fenster steht eine halbe Stunde geöffnet, während die Heizung läuft. Man verlässt das Haus, doch das Licht ist noch an. Das sind nur zwei Beispiele, wie Energie im Alltag verschwendet wird. Ein intelligent vernetztes Zuhause, auch Smart Home genannt, kann dazu beitragen, Energie und somit Kosten zu sparen. Das Smart Home besteht aus IoT-Technologien, die Energie im Haushalt sparen, ohne dass der Kunde aktiv daran beteiligt sein muss. Die automatischen Lösungen schalten die Heizung ab, bis das Fenster wieder geschlossen wird und schalten das Licht aus, wenn das Haus leer ist.

Unter solchen intelligenten Lösungen befinden sich u. a. Smart Meter. Sie sind intelligente Stromzähler, die digital Daten verschicken und erhalten können. Sie erhalten bspw. Daten zu Tarifänderungen und senden dem Energieunternehmen die verbrauchte Energie des Haushalts. So kann das Unternehmen auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden eingehen.

Big Data

IoT und eine große Datenmenge gehen Hand in Hand – doch welchen Nutzen bringen so viele Daten? Die Daten werden von den IoT-Technologien kontinuierlich erhoben, die dann analysiert werden. So können Bedürfnisse und Wünsche ausgewertet werden. Das Energieunternehmen kann dann mit individuellen Angeboten und an den Kunden angepassten Services die Kundenbeziehung stärken. Dadurch steigert sich die Kundenzufriedenheit. Zudem können Energieunternehmen das Userverhalten auf ihren Webseiten und Portalen analysieren und weitere Aufschlüsse über die Bedürfnisse ihrer Kunden ziehen.

Fokus auf den Kunden

Energieversorgungsunternehmen bieten ihren Kunden mit Utility 4.0 nicht nur Strom, Gas und Wärme an. Neben der klassischen Versorgung stellen sie ein Angebot an innovativen Energiedienstleistungen bereit. Die Ansprüche haben sich nämlich geändert: Kunden erwarten nicht nur eine reine Energieversorgung. Sie erwarten auch einen guten Service und innovative Lösungen, die auf sie abgestimmt sind.

Customer Co-Creation bildet hier einen wichtigen Punkt: Kunde und Unternehmen kreieren gemeinsam Produkte auf Basis der Meinungen und Ideen ihrer Kunden. Dafür müssen kontinuierlich Bedürfnisse erhoben und ausgewertet werden. So können Unternehmen individuell auf den Kunden angepasste Angebote entwickeln.

Herausforderungen

Der Übergang von einer analogen zu einer digitalen Energiewirtschaft hat seine Hürden. Wie bei anderen Digitalisierungsansätzen muss zunächst eine sichere Infrastruktur implementiert werden. Es müssen einheitliche Standards hergestellt werden, damit der Zugriff auf die Technologien vereinfacht wird. Ein weiterer Punkt ist der hohe Kosten- und Zeitaufwand, der bei der digitalen Transformation entsteht.

Zudem stellt die große Datenmenge, die IoT-Technologien erheben, Herausforderungen dar. Welche Rechte hat der Nutzer und was wird mit den Daten gemacht? Da nicht nur firmeninterne Daten, sondern auch Kundendaten erhoben werden, hat der Datenschutz höchste Priorität.

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Fazit

Bei Utility 4.0 ist die Digitalisierung auch in der Energiebranche angekommen. So zeigen sich Energieunternehmen als digitale Versorgungsunternehmen, die ihre Kunden und ihre Meinungen in den Fokus stellen. So sind Energieversorger in der Lage, innovative Produkte anzubieten und auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden einzugehen. Kunden setzen IoT-Technologien in ihrem Alltag ein, die dabei helfen, Energie und Kosten zu sparen. Die entstandenen Daten werden mithilfe von Big-Data-Technologien analysiert und bieten Energieunternehmen einen Einblick in die individuelle Energienutzung ihrer Kunden. Auch Energieversorger machen von IoT Gebrauch und setzen die Technologie in ganzen Anlagen ein, damit die Überwachung auch von der Ferne stattfinden kann.

Haben Sie Fragen zu Utility 4.0? Dann stellen sie mir diese gerne unten in den Kommentaren.

FAQ

Was ist Utility 4.0?

Utility 4.0 ist die Reaktion auf die Energiewende und die Digitalisierung. Dabei zeigen sich Energieunternehmen bei der digitalen Transformation nicht mehr als klassische Versorger, sondern entwickeln sich zu einen digitalen Dienstleistungsunternehmen.

Was wird sich mit Utility 4.0 verändern?

Bei der Digitalisierung werden analoge Inhalte digital dargestellt. Dadurch können Angebote vernetzt werden sowie flexibel und dienstleistungsorientiert dem Kunden angeboten werden. Zudem werden Geschäftsprozesse automatisiert und effizienter gestaltet.

Vor welchen Herausforderungen steht Utility 4.0?

Die neuen Dienstleistungsansätze müssen zunächst als sichere Infrastruktur implementiert werden. Dabei müssen auch einheitliche Standards hergestellt werden. Zudem stellen das Berechtigungskonzept und der Datenschutz große Herausforderungen dar.

Was ist die Schlüsseltechnologie bei Utility 4.0?

Die Schlüsseltechnologie der Utility 4.0 ist das Internet of Things (IoT) und sein Pendant Industrial Internet of Things (IIoT). Mit IoT sind alle Alltagsgeräte und Maschinen und ganze Anlagen miteinander vernetzt und können miteinander kommunizieren.

Christian Jäger

Christian Jäger

Jeden Tag besser werden - daraus ziehe ich eine große Motivation. Ich brenne dafür, neue Strategien und Technologien kennen zu lernen und Projekte zum Erfolg zu führen. Das Wissen, welches ich jeden Tag erlange, gebe ich mit Begeisterung an andere Menschen weiter.

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