Christian Jäger
 - 6. Oktober 2020

Energie Community Lösung: Wie Haushalte ökologischen Strom günstig beziehen können

Energie Community Lösung Dass Energie nur von großen Kraftwerken produziert wird, gehört der Vergangenheit an. Energie aus erneuerbaren Quellen steht dagegen hoch im Trend. Hierzu gehören zum Beispiel Wind- oder Sonnenenergie.

Vor allem Sonnenergie machen sich nicht nur kommerzielle Energieversorger – sondern zunehmend auch private Erzeuger zu Nutze. Die Energie, die Privaterzeuger produzieren, können sie übrigens nicht nur selbst verwenden. Über eine Energie Community Lösung sind sie in der Lage, überschüssigen Strom anderen Menschen zur Verfügung zu stellen.

Was ist eine Energie Community Lösung?

Bereits heute produzieren Privaterzeuger über 35 % des Stroms in Deutschland – in Zukunft wird dieser Beitrag weiter wachsen. Die Herausforderung besteht darin, auch überschüssige Energie zu verwenden.

Eine Einzelperson, die eine Photovoltaik-Anlage betreibt, produziert zum Beispiel Strom während der Sonnenstunden. Aber was ist, wenn diese Person viel mehr Strom produziert, als sie verwenden kann? Dann kann sie ihn über eine Sharing-Plattform mit anderen Erzeugern teilen. Dieses Sharing-Modell wird auch als Energie Community Lösung bezeichnet.

Dabei betreibt der private Erzeuger in der Regel eine Batterie, in der er die überschüssige Energie speichert. Über diese Batterie kann er seinen Strom in die Community einspeisen. Ein anderer Erzeuger, der gerade keine Sonnenenergie produzieren kann, weil es bei ihm zum Beispiel regnet, kann den eingespeisten Strom dann anfordern.

Diese Energie Community Lösung sorgt so dafür, dass der natürlich produzierte Strom möglichst effektiv verteilt wird.

Technische Grundlagen: Diese Ausstattung brauchen Nutzer

Um Teil einer Energie Community zu sein, brauchen Nutzer eine entsprechende technische Ausstattung. Zum einen benötigen sie ein System, mit dem sie selbst Energie produzieren können. Hierunter fällt zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage. Um den überschüssigen Strom zu speichern, benötigen die Produzenten in der Regel eine Batterie. Nicht zuletzt brauchen Nutzer eine geeignete Software, die die Stromverteilung regelt.

Eine solche Software registriert automatisch, ob ein Produzent gerade überschüssigen Strom hat oder zusätzlichen Strom benötigt. Auf Grundlage dieser Information sorgt sie für eine möglichst effiziente Stromversorgung der einzelnen Haushalte.

Es gibt mittlerweile einige Energie Community Lösungen auf dem Markt. Die notwendige Software und weitere technische Ausstattungen werden oft vom Anbieter gestellt.

Whitepaper: Konkurrenzkampf der Energieversorger

Wir erklären Ihnen in 6 Schritten, wie Sie die Basis für die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen aufbauen und sich damit den Platz als Branchenvorreiter sichern.

Wie Software-Lösungen Energie Communitys verwalten

Auch Cloud-Technologien eignen sich inzwischen für Energie Community Lösungen. Dabei können Produzenten den Strom auch ohne einen Speicher ins Netz der Energie Community einspeisen. Über die Cloud verfügen sie dann über ein Guthaben-Konto und können dieses Guthaben verwenden, um selbst wieder Strom zu beziehen.

Blockchain in Energie Communitys

Vor allem die Blockchain-Technologie ist für Energie Communitys wichtig. Sie ermöglicht es, die Herkunft des Stroms nachzuweisen und die Energieflüsse im Netz nachvollziehbar zu dokumentieren.

Aber wie funktioniert das konkret? Bei einer Blockhain generiert ein Produzent einen Informations-Block, der in tausenden oder sogar millionen Rechnern im Energie-Community-Netzwerk gespeichert wird. Die Informationen werden in einer Blockchain also dezentral gespeichert.

Die Blockchain verknüpft zudem verschiedene Daten-Blocks miteinander: Hierdurch entsteht eine „Kette“, die sich linear erweitert und auf vielen Rechnern gespeichert ist. Auf diese Weise entsteht eine Daten-Historie – denn die Blockchain lässt sich nicht auf allen Rechnern des Netzwerkes ändern. So herrscht eine hohe Transparenz, mit der die Stromflüsse dokumentiert werden.

Vorteile von Energie Community Lösungen

Mitglieder von Energie Communitys sind wirtschaftlich unabhängig von großen Stromanbietern. Zudem leisten sie einen positiven Beitrag zur Energiewende, da der Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird.

Ob sich der Beitritt in eine Energie Community finanziell lohnt, lässt sich pauschal nicht sagen. Hier muss jeder Haushalt für sich individuell entscheiden. Zwar sind die Energiepreise niedriger als bei einem herkömmlichen Stromanbieter. Allerdings verlangen die meisten Anbieter monatliche Gebühren, um die Verwaltung und die Infrastruktur bereitstellen zu können. Interessierte sollten die Preise also genau miteinander vergleichen.

Wer bereits einen eigenen Stromspeicher hat, zahlt in der Regel geringere Kosten. Ansonsten muss der Stromerzeuger unter Umständen weitere Investitionskosten tragen, die sich nur langfristig rentieren.

Auch hierbei gilt: Jeder Anbieter hat unterschiedliche Konditionen und stellt eine unterschiedliche Infrastruktur zur Verfügung – es kann also sein, dass auch der Anbieter einer Energie Community Lösung Stromspeicher zur Verfügung stellt. Ein intensiver Vergleich ist bei der Auswahl eines Anbieters daher unerlässlich.

Fazit

Eine Energie Community Lösung kann eine gute Alternative zu herkömmlichen Energie-Anbietern darstellen. Viele Haushalte, die selbst Strom mit Photovoltaik-Anlagen produzieren, schließen sich dabei zusammen.

Über eine Energie Community Lösung tauschen sie ihren überschüssigen Strom aus und können zum Beispiel die Haushalte mit Strom versorgen, bei denen es regnet.

Dadurch sinkt nicht nur der Strompreis für die Betroffenen – die Energie wird ökologisch erzeugt und leistet so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Die Dokumentation über den Stromzufluss erfolgt über die Blockchain-Technologie ist damit besonders transparent und sicher.

Ob sich eine Energie Community für Haushalte finanziell lohnt, hängt auch vom Anbieter ab. Zwar ist der bloße Strompreis in der Regel günstiger. Allerdings erheben Anbieter monatliche Zusatzkosten. Zudem müssen Nutzer bei manchen Anbietern zuerst zusätzliche Technologien, z. B. einen Stromspeicher, anschaffen.

Ein Vergleich von verschiedenen Energie Communitys ist daher unerlässlich. Ist das erstmal geschafft, haben Haushalte unter Umständen eine Möglichkeit gefunden, mit der sie ökologische Energie zu günstigen Preisen nutzen können.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Energie Community Lösung? Melden Sie sich gerne persönlich bei mir. In einem unverbindlichen Gespräch berate ich Sie und beantworte Ihnen individuelle Fragen.

Christian Jäger

Christian Jäger

Jeden Tag besser werden - daraus ziehe ich eine große Motivation. Ich brenne dafür, neue Strategien und Technologien kennen zu lernen und Projekte zum Erfolg zu führen. Das Wissen, welches ich jeden Tag erlange, gebe ich mit Begeisterung an andere Menschen weiter.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!


Das könnte Sie auch interessieren

Auch Unternehmen der Energiebranche wälzen Digitalisierungsprozesse nach und nach um. Die einzelnen Energieanbieter verbinden immer mehr Anlagen, erhalten immer mehr Daten und optimieren ihre Prozesse immer effektiver. 

weiterlesen

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Angebot anfordern
Expert Session