Christian Jäger
9. September 2020

Intelligente Abfallwirtschaft – die Müllentsorgung nach Bedarf

Intelligente Abfallwirtschaft Zu Zeiten des Klimawandels muss sich auch die Abfallwirtschaft immer mehr Gedanken rund um Themen wie Nachhaltigkeit machen. U. a. muss sie darauf achten, den CO2-Ausstoß der Müllfahrzeuge zu reduzieren. Ein Konzept, das die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit und Digitalisierung anspricht, ist die intelligente Abfallwirtschaft. Sie soll die Müllentsorgung effizienter und grüner gestalten, indem bspw. Container nur nach Bedarf entleert wird.

Was sich hinter der intelligenten Abfallwirtschaft befindet, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag

Müllcontainer nach Bedarf leeren

Durch die Digitalisierung und spezieller Sensorik wird es möglich, Arbeitsschritte nicht nach fester Routine, sondern nach individuellem Bedarf auszuführen. Das betrifft den Austausch von Verschleißteilen, aber auch die Müllentsorgung. Dies ist möglich, da Sensoren Daten rund um das Verschleißteil sammeln und eine Software diese Daten analysiert, um den besten Zeitpunkt für einen Wechsel herauszufinden. Bei der intelligenten Abfallwirtschaft wird ein ähnliches Konzept eingesetzt, bei der Müllcontainer lediglich nach Bedarf entleert werden.

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Normalerweise folgen Müllabfuhren einer festen Routine, bei der es keine Rolle spielt, wie voll bzw. leer der Container ist. Dieser Ansatz hat viele Nachteile: er nimmt viel Zeit und Kosten in Anspruch und ist zudem nicht umweltschonend. Dadurch, dass mit dem neuen Konzept Container nur nach Bedarf entleert werden, sollen Müllabfuhrrouten bis zu 30 % effizienter werden, da Müllwagenfahrer unnötige Fahrten und somit Zeit und Kosten einsparen.

So funktioniert ein Smart Waste Management

Aber wie wissen Abfallunternehmen, welche Abfallbehälter wie voll sind? Ganz einfach: Mithilfe von digitalen Sensoren, die die jeweiligen Füllstände der Container messen, werden Daten gesammelt. Diese Daten werden von einer Software analysiert, die daraufhin eine optimale Route berechnet. Diese Route wird auf das Navigationssystem eines Fahrzeugs übermittelt, sodass die Behälter immer zur besten Zeit entleert werden. Dadurch gibt es keine überfüllten oder leeren Fahrten.

Die Sensoren messen den Füllbestand per Ultraschall vom Deckel aus und die Daten werden an das jeweilige Müllentsorgungsunternehmen verschickt. Die Übertragung der Daten erfolgt zu einer bestimmten Zeit, damit Energie gespart und die Lebensdauer der Sensoren verlängert wird.

Intelligente Abfallwirtschaft

Abbildung 1: Abfallbehälter werden mit Sensoren ausgestattet, die per Ultraschall den Füllstand messen und mittels des IoT verschicken.

Die von der Software erstellte Route wird an das Navigationssystem des Entsorgungswagens versendet. So werden Prozesse in der Abfallwirtschaft digitalisiert, automatisiert und somit effizienter gestaltet. Neben dem Füllbestand messen die Sensoren auch die Temperatur der Container, damit eine Brandgefahr schneller erkannt wird.

Welche Rolle das Internet der Dinge dabei spielt

Dank der Sensoren müssen die Container nicht einzeln angefahren werden, nur um festzustellen, dass der Behälter halbvoll ist. Da die Sensoren den aktuellen Stand des Abfallbehälters messen und die Daten an das Entsorgungsunternehmen verschicken, können diese einfach fernüberwacht werden. Die Fernüberwachung ist mithilfe des Internet der Dinge (auch Internet of Things oder IoT) möglich. Das Internet of Things sorgt für eine einfache, drahtlose Kommunikation und spielt eine zentrale Rolle im Aufbau einer Smart City.

Und was ist mit dem Recycling von Wertstoffen?

Das Recyclen von Wertstoffen leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, da diese wiederverwertet werden können. Recycling reduziert die Menge an Abfall und die Verschmutzung der Umwelt. Jedoch wird das volle Potenzial nicht ausgenutzt, da die Trennmoral im Industriebereich und in Privathaushalten gering ist. Dadurch landet in vielen Tonnen der falsche Abfall, wodurch sich die Kosten für das Recycling erhöhen und viele recyclebare Stoffe gar nicht verwertet werden können.

Ein intelligentes Abfallsystem geht auch dieses Problem an, indem es Kameras in den Abfallsammelfahrzeugen einsetzt, die den Inhalt des Wagens visuell erfassen, während diese zur Entsorgungsstelle fahren. So kann festgehalten werden, ob der entsorgte Müll falsch eingeworfen wurde oder nicht. Es werden Multispektral- und Infrarotkameras eingesetzt, die die Aufnahmen an eine digitale Plattform schicken. Diese Plattform basiert auf selbstlernenden Algorithmen, die die Daten auswertet und mit der Zeit immer mehr dazu lernt und den Inhalt somit besser analysiert.

Neben dem Abfallaufkommen lässt sich auch die Abfallentsorgungsqualität eines Gebiets erfassen. Da wissen nicht nur die Entsorgungsunternehmen, dass falsch getrennt wurde – auch der Bürger erhält ein direktes Feedback zum Trennverhalten auf das mobile Endgerät. Der Bürger kann über eine App oder per SMS informiert werden. Er wird auch darüber informiert, wenn sich die Trennquote verbessert hat. Um dem Bürger bzw. dem Unternehmen ein besseres Verständnis zu ermöglichen, werden die Daten in verschiedenen Diagrammen visualisiert. Außerdem werden sie über die verschiedenen Abfälle geschult, so dass sie sich verbessern können.

Intelligente Abfallwirtschaft

Abbildung 2: Verbraucher können auf Wunsch über ihr eigenes Trennverhalten informiert werden.

Durch die bessere Aufklärung und Visualisierung des Trennverhaltens lassen sich langfristig wiederverwendbare Materialien vor dem Wurf in den Restmüll bewahren. Projekte in Österreich haben nämlich gezeigt, dass durch solch ein direktes Feedback Fehlwürfe um etwa 50 % reduziert werden.

Diese Vorteile bietet eine bedarfsorientierte Müllentsorgung

Die Art und Weise, wie heutzutage Müll entsorgt wird, nimmt nicht nur viel Zeit, sondern auch Kosten in Anspruch. Einer der Gründe für die Kostenverschwendung liegt in den vielen Leerfahrten, die bei dem analogen Konzept leider keine Seltenheit darstellen. Welche Vorteile eine intelligente, digitale Abfallwirtschaft bietet, erläutere ich Ihnen im Folgenden.

Intelligent Planen

Müllentsorgungsunternehmen sparen Zeit ein, da die Planung der Abfallwagenrouten intelligenter und effizienter wird. Füllbestände werden automatisch gemessen, sodass bestimmte Abfallcontainer nicht angefahren werden müssen, wenn sie nicht ausreichend gefüllt sind. Dadurch sparen die Unternehmen neben Zeit auch Kosten ein, da sie unnötige Fahrten umgehen. Die Müllabfuhr wird insgesamt intelligenter geplant.

Umweltbewusste Routen

Da es durch eine optimierte Route keine unnötigen Fahrten zu halbvollen Tonnen gibt, wird auch weniger CO2 ausgestoßen. Dies gestaltet die bedarfsorientierte Abfallwirtschaft umweltschonender als das alte Konzept der Abfallentsorgung, die auf einer regelmäßigen Routine basiert. So leisten Abfallentsorgungsunternehmen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Lärm- und Geruchsbelästigungen reduzieren

Die großen Müllabfuhrwagen produzieren viel Lärm und auch der Geruch kann störend sein. Wenn weniger Müllwagen auf den Straßen sind, reduziert sich gleichzeitig die Lärmbelästigung. Auch die Geruchsbelästigung wird abgeschwächt, da überquellende Mülleimer an öffentlichen Plätzen der Vergangenheit angehören. Diese stellen vor allem an heißen Sommertagen eine Herausforderung dar. Mit einer intelligenten Abfallwirtschaft werden sie rechtzeitig geleert, wodurch das Stadtbild sauberer wird.

Mehr Transparenz

Durch die Einbindung des Bürgers und der Industrie werden diese auf ihr Abfall- und Trennverhalten aufmerksam gemacht. Dies schafft eine größere Transparenz und kann zu einer verbesserten Abfallentsorgung führen, da Verbraucher ihr Verhalten reflektieren können und dadurch umweltschonender agieren.

Fazit

Die intelligente Abfallwirtschaft hat das Potenzial, einen großen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Eine Füllstandüberwachung von Müllcontainern ist durch effizientere Abholrouten umweltbewusster, da Leerfahrten umgangen und somit der CO2-Ausstoß verringert wird. Bei weniger Fahrten entstehen gleichzeitig weniger Lärm- und Geruchsbelästigungen. Durch die Analyse der Abfälle kann dem Entsorger ein direktes Feedback zum Trennverhalten geschickt werden, der sich ein besseres Bild zu seinem Abfallverhalten machen kann. Insgesamt wird die Abfallwirtschaft effizienter und vor allem umweltbewusster.

Haben Sie Fragen zur intelligenten Abfallwirtschaft? Dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf, damit wir diese gemeinsam besprechen können.

FAQ

Was ist das Smart Waste Management?  

Das Smart Waste Management digitalisiert Container, Mülltonnen und Abfallbehälter durch den Einsatz von Füllstandssensoren oder Temperatursensoren. Außerdem ist in dem Smart Waste Management eine Netzwerkinfrastruktur inkludiert, mit der die Sensoren vernetzt werden und mithilfe einer Softwarelösung visualisiert werden. 

Wie funktioniert das Smart Waste Management?  

Mithilfe von digitalen Sensoren, die die jeweiligen Füllstände der Container messen, werden Daten gesammelt. Diese Daten werden von einer Software analysiert, die daraufhin eine optimale Route berechnet. Diese Route wird in Echtzeit auf das Navigationsgerät eines Fahrzeuges übermittelt, sodass eine optimale Route berechnet werden kann und Behälter immer zur besten Zeit entleert werden. 

Welche Rolle spielt das Internet of Things dabei?  

Dank der Sensoren müssen die Container nicht einzeln angefahren werden. Die Fernüberwachung ist mithilfe des IoT möglich. Das Internet of Things sorgt für eine einfache, drahtlose Kommunikation und spielt eine zentrale Rolle im Aufbau einer smarten Stadt. 

Welche Vorteile bietet die intelligente Abfallwirtschaft?  

Die Art und Weise, wie heute Müll entsorgt wird, nimmt nicht nur viel Zeit, sondern auch Kosten in Anspruch. Durch den Einsatz von IoT und dem Smart Waste Management können effizientere Routen geplant werden und umweltbewusster gearbeitet werden.  

Websession: Intelligente Abfallwirtschaft

Sollten Sie Fragen zu uns und unserer Arbeit oder konkret zu Umstellungsprojekten haben, dann vereinbaren Sie eine kostenlose Websession mit uns.

Christian Jäger

Christian Jäger

Jeden Tag besser werden - daraus ziehe ich eine große Motivation. Ich brenne dafür, neue Strategien und Technologien kennen zu lernen und Projekte zum Erfolg zu führen. Das Wissen, welches ich jeden Tag erlange, gebe ich mit Begeisterung an andere Menschen weiter.

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