Christian JĂ€ger
 - 16. Juni 2020

Smart Buildings

Smart Buildings Bis 2050 will die Bundesregierung den Energieverbrauch von Gebäuden um 80 Prozent reduzieren. Um dies zu erreichen, braucht es neue Gebäude-Technologien. Ein vielversprechender Ansatz ist das Konzept der Smart Buildings. Dabei handelt es sich um Gebäude, deren einzelne Elemente miteinander vernetzt sind.

Bewohner von Smart Buildings sparen nicht nur enorme Energiemengen – sie profitieren auch von einem höheren Komfort.

So funktionieren Smart Buildings

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Nach einem Arbeitstag fahren Sie nach Hause. In dem Moment, in dem Sie das Haus betreten, schaltet sich automatisch das Licht an. Obwohl Sie die Heizung morgens ausgeschaltet haben, ist die GebĂ€udetemperatur angenehm warm. Ein aromatischer Kaffeegeruch erreicht Ihre Nase, denn die Kaffeemaschine ist schon lĂ€ngst dabei, ihr HeißgetrĂ€nk aufzubrĂŒhen. Und das alles passiert bereits mit dem ersten Schritt, mit dem Sie das GebĂ€ude betreten.

Aber wie ist das möglich? In einem Smart Building ist zum Beispiel ein Szenario vorstellbar, bei dem der Parkplatz mit Sensoren ausgestattet ist. In dem Moment, in dem Sie nach Ihrem Arbeitstag auf dem Parkplatz parken, geben die Sensoren diese Information an weitere Sensoren in Ihrem GebÀude weiter.

Auf diese Weise können Sie zum Beispiel einstellen, dass die Kaffeemaschine anfÀngt, Kaffee zu kochen, wenn Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auf Ihren Parkplatz fahren. Auch die Temperatur können Sie so regeln, indem die Heizung angeht, sobald Sie geparkt haben. Auf diese Weise regeln Bewohner eines Smart Buildings ihren Energieverbrauch: Sie passen ihn genau und automatisiert auf ihre individuelle Situation an.

Dieses Prinzip erhöht den Komfort und reguliert den Energieverbrauch entscheidend, weil z.B. die Heizung nicht den ganzen Tag lĂ€uft, sondern erst dann angeht, wenn der Bewohner sein GrundstĂŒck betritt.

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Was heute bereits möglich ist

Der Begriff des Smart Buildings wird oft mit dem des Smart Homes verwechselt. Dies ist insoweit nicht verwunderlich, als dass beide Konzepte ineinander ĂŒbergehen. An einem wichtigen Punkt unterscheiden sie sich dann aber doch.

WÀhrend Smart Home die Vernetzung von HaushaltsgerÀten beschreibt, bezieht sich die Bezeichnung Smart Building direkt auf das GebÀude. In dem vorangegangenen Beispiel war dieses GebÀude-Element der Parkplatz.

Heute findet die Vernetzung hauptsĂ€chlich noch zwischen den HaushaltsgerĂ€ten statt. Privatnutzer verwenden eine solche Vernetzung zum Beispiel im Haushalt. So können sie ĂŒber smarte Lautsprecher verschiedene GerĂ€te wie Staubsauger oder GlĂŒhbirnen starten und wieder ausmachen.

Auch einige Smart-Building-Technologien sind bereits im Einsatz – dies betrifft jedoch weniger Privathaushalte, sondern viel mehr Unternehmen.

Firmen nutzen zum Beispiel Sensoren, um die Belegung ihrer Tiefgarage im Blick zu behalten. Auch AufzĂŒge besitzen Sensoren und melden Informationen und auftretende Fehler an den Verantwortlichen.

Wie Unternehmen Smart Buildings einfĂŒhren

Wer einen Smart-Building-Prozess in die Praxis umsetzen möchte, ist auf drei Dinge angewiesen:

  1. Nutzer mĂŒssen das GebĂ€ude mit Sensoren ausstatten, damit es Informationen weitergeben kann.
  2. Nutzer benötigen eine Software, die die Daten verarbeitet und Befehle an die jeweiligen GebÀude-Komponenten weiterleitet.
  3. Die einzelnen GebĂ€ude-Elemente benötigen Aktoren, um die Befehle umzusetzen. Dabei handelt es sich um Baueinheiten, die ein elektrisches Signal in eine mechanische Bewegung ĂŒbersetzen. Wenn das GebĂ€ude die Rollos hochfahren soll, mĂŒssen diese Baueinheiten besitzen, die den automatisierten Hochfahr-Prozess ermöglichen.

Um Smart-Building-Technologien umzusetzen, fertigen Unternehmen einen digitalen Zwilling des GebÀudes an. Dabei handelt es sich um ein digitales Abbild des GebÀudes, mit dem die Software die Daten aus den Sensoren verarbeitet.

Wie ein deutsches Smart Building den BĂŒro-Arbeitsplatz revolutioniert

Zu den bekanntesten Smart Buildings in Deutschland gehört das GebĂ€ude „The Ship“ in Köln. Hierbei handelt es sich um einen BĂŒrokomplex, der Sensordaten mithilfe von KĂŒnstlicher Intelligenz bearbeitet.

Smart Buildings

Abb 1. Zu den bekanntesten Smart Buildings in Deutschland gehört „The Ship“ in Köln. Quelle: Die Wirtschaft Köln, https://www.diewirtschaft-koeln.de/the-ship-buerogebaeude-in-koeln-ehrenfeld-wird-digitaler-superbau-_id4273.html

Nutzer erhalten eine App fĂŒr das GebĂ€ude, mit der sie automatisch die zugangsberechtigten TĂŒren öffnen können. Der Arbeitsplatz speichert zudem die Vorlieben der Mitarbeiter und passt zum Beispiel die Temperatur und die Beleuchtung daran an. Das GebĂ€ude ist komplett auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter angelehnt und steigert so sie Motivation und LeistungsfĂ€higkeit.

Nutzer können mit der App zudem verschiedene RÀume buchen und sich dorthin navigieren lassen.

Vor diesen Herausforderungen steht das Smart Building

Die Vorteile von Smart Buildings liegen auf der Hand. Die zunehmende Vernetzung bietet zusĂ€tzlichen Komfort, weil das GebĂ€ude viele Aktionen selbst ausfĂŒhren kann. Zudem kann es den Energieverbrauch regulieren und GerĂ€te erst dann anschalten, wenn Menschen sie tatsĂ€chlich benutzen. Smart Buildings regulieren vor allem die Heizenergie und setzen keine WĂ€rme mehr frei, wenn Menschen nicht mehr im Haus sind. Auf diese Weise spart ein intelligentes GebĂ€ude bis zu 24 Prozent mehr Heizenergie ein als ein vergleichbares regulĂ€res GebĂ€ude.

Trotz der vielen Vorteile stehen Nutzer von Smart-Building-Technologien vor Herausforderungen. Zum einen ist ein Smart Building vergleichsweise teuer. Das liegt daran, dass ein Smart Building sowohl physische als auch digitale Anforderungen hat. So benötigt es Sensoren, die mit einem Software-System vernetzt sein mĂŒssen.

Eine andere große Herausforderung betrifft die Datensicherheit. Je vernetzter das GebĂ€ude ist, desto angreifbarer ist es auch. Ein Angreifer könnte zum Beispiel Daten manipulieren und GebĂ€udefunktionen stören.

Interessierte sollten bei Smart-Building-Technologien daher immer auch den Sicherheitsaspekt im Auge behalten. Empfehlenswerte Anbieter haben die Sicherheit ihrer Lösungen stets auf dem Schirm und schĂŒtzen intelligente GebĂ€ude vor Cyberangriffen.

Fazit

Smart Buildings sind GebÀude, deren Elemente miteinander vernetzt sind. Wenn sich Menschen in einem intelligenten GebÀude aufhalten, regelt es zum Beispiel automatisch die Temperatur und das Licht nach den Vorlieben der jeweiligen Person.

Durch diese effiziente Steuerung des Verbrauchs sparen Smart-Building-Besitzer Energie ein. Daher ist die Technik ein wesentlicher Baustein, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, den Energieverbrauch in GebÀuden bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren.

Damit die verschiedenen GebÀudeteile miteinander kommunizieren können, sind sie mit Sensoren und einer speziellen Software ausgestattet. Die Sensoren nehmen wahr, wo sich Menschen aufhalten und die Software verarbeitet die Daten so, dass andere GebÀudebestandteile darauf reagieren können.

Herausforderungen der Technologie liegen im Preis und in der Cyber-Sicherheit. Zum einen sind die Sensoren teuer in ihrer Anschaffung – damit sich Smart Buildings durchsetzen, mĂŒssen sie gĂŒnstiger werden. Zum anderen bietet die grĂ¶ĂŸere Vernetzung Hackern eine grĂ¶ĂŸere AngriffsflĂ€che. Ein intelligentes GebĂ€ude verursacht daher auch einen höheren Sicherheitsaufwand als klassische GebĂ€ude.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Dann melden Sie sich gerne persönlich bei uns, wenn Sie mehr ĂŒber Smart Buildings, die Möglichkeiten sowie die Umsetzung erfahren möchten. Wir beraten Sie unverbindlich!

FAQ

Wie funktionieren Smart Buildings?

Ein Smart Building definiert die GebĂ€udeautomation oder Domotik. Sie bezeichnet die Gesamtheit von Überwachungs-, Steuer-, Regel- und Optimierungseinrichtungen in GebĂ€uden. Durch den Einsatz von IoT-fĂ€higen Sensoren und GerĂ€ten wird das GebĂ€uden vernetzt und alles kann mit allem kommunizieren.

Wie können Unternehmen Smart Buildings einfĂŒhren?

  1. Nutzer mĂŒssen das GebĂ€ude mit Sensoren ausstatten, damit es Informationen weitergeben kann.
  2. Nutzer benötigen eine Software, die die Daten verarbeitet und Befehle an die jeweiligen GebÀude-Komponenten weiterleitet.
  3. Die einzelnen GebĂ€ude-Elemente benötigen Aktoren, um die Befehle umzusetzen. Dabei handelt es sich um Baueinheiten, die ein elektrisches Signal in eine mechanische Bewegung ĂŒbersetzen. Wenn das GebĂ€ude die Rollos hochfahren soll, mĂŒssen diese Baueinheiten besitzen, die den automatisierten Hochfahr-Prozess ermöglichen.

Welche Herausforderungen besitzt das Smart Building?

Zwar liegen die Vorteile auf der Hand, jedoch mĂŒssen Unternehmen auch einige Herausforderungen meistern. Zum einen ist ein Smart Building relativ teuer. Außerdem ist die Datensicherheit ein großer Faktor.

Christian JĂ€ger

Christian JĂ€ger

Jeden Tag besser werden - daraus ziehe ich eine große Motivation. Ich brenne dafĂŒr, neue Strategien und Technologien kennen zu lernen und Projekte zum Erfolg zu fĂŒhren. Das Wissen, welches ich jeden Tag erlange, gebe ich mit Begeisterung an andere Menschen weiter.

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