Christian Jäger
19. November 2020

Smart Citizens – Warum Smarte Citys nicht ausreichen

Smart Citizien Zu viele Autos, zu viele Abgase, zu hoher Energieverbrauch. Diese und andere Probleme sollen Smart-City-Konzepte lösen und so unsere Städte zukunftssicher machen. Solche Konzepte stützen sich auf neueste Technologien wie das Internet of Things (IoT). Aber ohne ihre Bewohner wäre auch die smarteste City nur ein Haufen Beton und Sensoren: Smart Citys brauchen Smart Citizens.

Aber was genau zeichnet einen Smart Citizen aus und wieso ist er eine ebenso bedeutende Voraussetzung für den Erfolg der Smart City wie Tech-Konzerne oder die Technologien selbst? In diesem Beitrag erfahren Sie es.

Smart Citys brauchen Smart Citizens

In einer Smart City sollen smarte Technologien entwickelt werden, die der Stadt helfen, Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu bewältigen. Dazu gehört die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Senkung des Energieverbrauchs bzw. die Umsetzung der Energiewende, bessere Erreichbarkeit und Bildung. Straßenlaternen mit LED-Leuchten, Ladeinfrastruktur für E-Autos und -fahrräder und solarbetriebene „Stromtankstellen“ an Sitzbänken sind nur ein paar der Lösungsansätze, die die Smart City in Bezug auf die Energieversorgung zukunftsfähig machen sollen.

Damit solche Konzepte sinnvoll umgesetzt werden können, sind die Bewohner der Stadt von zentraler Wichtigkeit. Es reicht nicht, ihnen Zugang zu neuen Technologien zu gewähren. Sie müssen auch über das nötige Knowhow verfügen, um diese Technologien richtig zu verwenden. Weiß ein Bürger beispielsweise nicht, dass oder wie er sein E-Auto dem Stromnetz der Stadt als Energiespeicher zur Verfügung stellen kann, wenn er es gerade nicht benutzt, wird dieses Konzept sein Ziel verfehlen.

Mit dem Wandel einer Stadt zur Smart City müssen sich auch ihre Bewohner weiterentwickeln: Vom Bürger zum Smart Citizen.

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Vom Bürger zum Smart Citizen: Aufgaben der Stadt, Aufgaben der Bürger

Zunächst ist es wichtig, dass die Stadt ihre Bürger in wichtige Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse mit einbezieht. Nur so kann sie deren Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigen, Akzeptanz schaffen und sich ihre Mitarbeit sichern. Die Stadt sollte also eher Partner als „Bevormunder“ ihrer Bürger werden.

Ein Smart Citizen ist ein mündiger Bürger, der die Stadt, in der er lebt, proaktiv mitgestaltet.

Die meisten Technologien, die in einer Smart City zum Einsatz kommen, stützen sich auf die Sammlung und Speicherung personenbezogener Daten. An dieser Stelle ist es wichtig, dass die Stadt ihren Bewohnern umfassende Transparenz bzgl. der Nutzung ihrer Daten entgegenbringt und ihre Daten schützt.

Ein Smart Citizen kann also autonom über seine persönlichen Daten bestimmen und versteht, wofür seine Daten verwendet werden.

Smart Citizens der Zukunft benötigen nicht nur Zugang zu neuen Technologien, sondern auch digitale Souveränität. Dank Photovoltaikanlagen können beispielsweise passive Consumer zu aktiven Prosumern werden. Prosumer produzieren und konsumieren ihren eigenen Strom. Sie können souverän entscheiden, ob sie überschüssigen Strom an ihre Nachbarn weiterverkaufen oder an das Stromnetz der Stadt einspeisen möchten. So unterstützt der Prosumer die Stadt bspw. bei der Produktion und Bereitstellung „grünen“ Stroms.

Ein Smart Citizen ist sich der Funktionsweise neuer Technologien bewusst und kann sie souverän einsetzen.

Diese Hürden gilt es noch zu überwinden

In vielen Köpfen herrscht, angefeuert von einer Vielzahl an Datenskandalen der Vergangenheit, Misstrauen smarten Technologien und allem gegenüber, das in großem Stil persönliche Daten sammelt und speichert. Um der Sorge der Bürger zu begegnen, müssen Städte die Verwendungszwecke der Daten transparent kommunizieren. Die meisten Menschen geben ihre Daten viel bereitwilliger Preis, wenn sie die Notwendigkeit dazu nachvollziehen können.

Zudem gibt es auch in unserem digitalen Zeitalter noch immer Menschen, die größere Probleme bei der Verwendung digitaler Geräte haben, als andere. So fällt es älteren oder auch ärmeren Menschen oft schwerer, Schritt zu halten, weil ihnen der Zugang fehlt. Vor diesem Hintergrund ist es eine wichtige Aufgabe der Städte der Zukunft, allen Menschen den gleichen Zugang zu technologischen Neuerungen und das gleiche Knowhow zur Verfügung zu stellen. Dafür bieten sich beispielsweise kostenfreie Schulungen oder Fördermittel für Geräte an.

Top Beiträge 2020 Teil 1

Durch den Ausbau von erneuerbaren Energien kommen viele Veränderungen auf Netzbetreiber und Dienstleister zu.

Fazit

Ohne ihre Bewohner ist eine Smart City nicht denkbar. Smart Citys sind auf Smart Citizens angewiesen, die über nötiges Knowhow verfügen und Neuerungen mitgestalten und akzeptieren. Andersrum sind auch Smart Citizens auf Smart Citys angewiesen, weil nur sie in der Lage sind, Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu meistern.

Smart Citizens der Zukunft sind daher:

  • Mündige Bürger, die ihr Umfeld proaktiv mitgestalten
  • Bereit, ihre Daten in vertrauenswürdige Hände zu geben, wenn sie die Notwendigkeit verstehen
  • Fähig und souverän im Umgang mit neuen Technologien
Lena Stieghorst

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Christian Jäger

Christian Jäger

Jeden Tag besser werden - daraus ziehe ich eine große Motivation. Ich brenne dafür, neue Strategien und Technologien kennen zu lernen und Projekte zum Erfolg zu führen. Das Wissen, welches ich jeden Tag erlange, gebe ich mit Begeisterung an andere Menschen weiter.

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